"...Drum prüfe, wer sich ewig bindet, Ob sich das Herz zum Herzen findet! Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang..."
Friedrich Schiller
Ein rechtzeitig vor der Eheschließung erstelltes Partnerhoroskop kann evtl. ein großes Unglück (Alkohol- und Drogensucht, Untreue, Gewalttätigkeit usw.) für beide Partner verhindern, besonders auch für die aus dieser Ehe geborenen Kinder.
Im Jahre 2005 gab es in Deutschland 388451 Eheschließungen und 201700 Scheidungen. Scheidungsrate = 51,9 % - In Österreich betrug im Jahr 2003 diese Scheidungsrate 43.2% - Tendenz steigend (Wikipedia)
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PARTNERSCHAFTSASTROLOGIE
AUS TIEFENPSYCHOLOGISCHER SICHT
© AKRON
Um
die Partnerschaftsastrologie in ihrem tieferen
Sinn zu verstehen, müssen wir das Prinzip von
Ursache und Wirkung verlassen. Dieses Prinzip
ist nur ein Kunstgriff unseres Verstandes, um
uns die Strukturen in der Welt einsichtiger zu
machen (denn die Voraussetzungen unseres
Verstandes zwingen uns, die Welt nach dem
Prinzip von Ursache und Wirkung zu betrachten).
Wir müssen begreifen, daß die Ursachen, aus
denen sich die Wirkungen ergeben, selbst nur
Wirkungen zurückliegender Ursachen sind, die
sich auf immer weiter zurückliegende
Voraussetzungen zurückführen lassen. Probleme in
der Beziehung sind die Wirkungen weiter
zurückliegender Ursachen, die wiederum Wirkungen
noch tieferer Ursachen sind. Man muß sich
Gedanken über die Gesamtzusammenhänge machen, um
sich mit seinen Problemen spirituell oder
tiefenastrologisch auseinandersetzen zu können.
Es ist nicht nur der
Partner, der uns gibt oder nicht gibt, was wir
von ihm erwarten; genauso sind wir es selbst,
die den anderen unbewußt dazu zwingen, uns das
Bild zu vermitteln, das wir aufgrund unserer
Vorstellung von ihm erwarten. Solche
Beobachtungen helfen uns zu erkennen, daß unsere
objektive Wirklichkeit einem Denken entspricht,
das sich aus seinen Beobachtungen selbst
ausschließt, weil es glaubt, außerhalb zu stehen
und den anderen getrennt von der eigenen
Vorstellung zu sehen. In Wirklichkeit gibt es
nur die Wechselwirkung zwischen dem Beobachter
und dem Beobachteten, wobei der Beobachter das,
was er sehen will, in das zu Beobachtende
einfließen läßt, um in der Außenwelt die
Bestätigung für das zu bekommen, was er sehen
will.
Erst wenn wir den
anderen von unserem inneren Bild abziehen,
können wir ihn wirklich sehen, da er sonst mit
unserer inneren Vorstellung verschmilzt. Wir
sehen eine Sache nicht so, wie sie ist, sondern
nur so, wie wir sie sehen wollen. Wenn
Disharmonien zum Partner in unserer Psyche
angelegt sind, dann kann sich der andere
verhalten, wie er will - immer wird er von
unserem unbewußten Verhalten in eine Lage
gezwungen, in der sich die Spannungen auch
auslösen. Das, was mir im anderen begegnet, sind
meine inneren Bilder, die mich zwingen, mich
denjenigen Umständen in der Umwelt auszuliefern,
die mich dorthin dirigieren, wo mich mein
gelebtes, akzeptiertes Schicksal freudig belohnt
oder mich meine Verdrängungen zwangsweise von
außen wieder einholen. Immer sind es die Gefühle
uns selbst gegenüber, die uns einladen, den
anderen aus jener Perspektive zu beurteilen, die
den Gefühlen entspricht, mit denen wir uns
identifizieren. Es sind die uns anziehenden
Gefühle, an die wir uns je nach Anlagen zu
binden haben und die dann über diese Bindungen
die Funktionen oder Wirkungen in unserem Leben
festlegen, die wir aufgrund unserer
Veranlagungen über den Partner in unser
persönliches Schicksal übernehmen.
Dieses Geflecht, das
dem Verhalten der menschlichen Psyche
entspricht, sich immer auf irgend etwas zu
beziehen, ist die Welt, die sich aus dem
Bewußtsein dieser Bilder nährt. Es ist also
wichtig zu wissen, daß die Probleme in einer
Partnerschaft auch Probleme einer Folge von
Wirkungsprinzipien sind, die auf Ursachen
folgen, deren Grundlagen in uns selbst zu suchen
sind. Dieses Beziehungsgeflecht zieht sich durch
die Geschichte der Menschheit und wird gleichsam
zu der Straße, auf der sich Generationen
vererbter Vorstellungen bewegen. Und so, wie die
Menschheit keinen Frieden finden wird, solange
sie ihr Verhalten nicht ändert, weil der Krieg
exakt den Auswirkungen menschlicher
Verhaltensmuster entspricht, so werden sich die
Partnerschaftsprobleme nicht ändern, wenn man
dem anderen die Schuld gibt. Der andere ist
nicht nur Ursache, sondern auch Wirkung in
unserem eigenen Verhalten, das gleichzeitig in
die Vergangenheit und in die Zukunft weist.
DER KYBERNETISCHE ANSATZ
Ein ins Wasser
geworfener Stein verursacht Wellen - doch der
Flug setzt das Werfen eines Werfenden voraus und
beginnt beim Loslassen des Steins. Psychologisch
relevant sind beide Aspekte: der «Hintergrund
der Erwartungshaltung des Werfenden» ebenso wie
die «Zukunft der Wellen, die der Stein (= die
Erwartungshaltung des Werfenden) auslöst». Beide
Aspekte ein und desselben Vorgangs überlagern
sich im Moment des Aufschlagens des Steins auf
der Wasseroberfläche. Dies ist der magische
Brennpunkt, den es zu untersuchen gilt, weil
sich hier das Bild des anderen fokussiert.
Nehmen wir einmal an, Eva wünscht
sich einen lieben, netten und zärtlichen Mann.
Ein solcher Wunsch ist niemals der Anfang -
genausowenig wie ein Keimling nur Anfang ist,
sondern immer auch Frucht einer vorangegangenen
Blüte -, sondern er impliziert bereits zwei
entscheidende Voraussetzungen oder
Vorgeschichten: zum einen den Wunsch selbst und
zum anderen den Hintergrund dieses Wunsches. Wir
gehen davon aus, daß das, was wir uns wünschen,
uns deshalb fehlt, weil es uns zufälligerweise
noch nicht über den Weg gelaufen ist. Das
Fehlende auf der horizontalen Ebene ist uns noch
nicht begegnet, weil wir uns noch nicht genügend
auf der flächendeckenden Ebene der Realität
umgesehen haben, um dem Gewünschten zu begegnen.
Doch im Grunde verhält es sich gerade umgekehrt:
Das Fehlende verbirgt sich vor uns auf der
rationalen Ebene gerade aus dem Grund, weil es
uns fehlt. Was sich hier aus der dualen Ebene
wie ein Widerspruch andeutet, ist gerade ein
Grund, warum wir aus der dualen Ebene des
Verstandes die psychologischen Probleme der
Seele nie erkennen können. Denn das, was uns
fehlt, kann gerade deshalb nicht von uns gesehen
werden, weil es sich vor uns verbirgt. Um das
Problem überhaupt zu erkennen, müßten wir unsere
Sichtweise ändern, da alles, was wir aus der
alten Perspektive betrachten, immer genau das
ungesehene Problem ausdrückt. Das bedeutet im
konkreten Fall: Solange Eva mit ihren
abgespaltenen inneren männlichen Anteilen keinen
inneren Frieden findet, solange kann sie keinen
entsprechenden Mann in der Außenwelt anziehen.
Der Mann, von dem sie sich anziehen läßt, muß
sie zwangsläufig enttäuschen, weil das ganz
genau ihrer unbewußten inneren Abmachung
entspricht, solange in der Außenwelt enttäuscht
zu werden, solange sie ihre inneren
Verstrickungen nicht erkennen kann.
Wenn also Eva die
Werfende und ihre Absicht die ist, einen lieben
Mann zu finden, dann ist die «Vergangenheit der
zukünftigen Absicht der Werfenden»
wahrscheinlich eine unbewußte Ablehnung des
Mannes (der verdrängte Hintergrund ihrer
Partnerschaftssituation), die sich
unbeabsichtigt und ohne Evas Wissen in jeder
Absicht inkarniert.
Was passiert jetzt? In dem
Moment, wenn sich der Wunsch in der Realität
verwirklicht (das ist der Moment des
Aufschlagens des Steins auf der
Wasseroberfläche, wo sie dem Partner in der
Realität begegnet), begegnet Eva ihrem
beabsichtigten Mann, der ihr aber nicht
objektiv, sondern auf der Grundlage ihrer
unbewußten inneren Disposition begegnet. Wenn
wir annehmen, daß Eva nicht die Zuneigung ihres
Vaters bekam, könnte sich dieses Muster in der
Partnerschaft so auswirken, daß sie sich nur von
einem Mann angezogen fühlt, der sie enttäuschen
wird, ja geradezu enttäuschen muß, damit sich
die auf die unterbliebene Vaterliebe entwickelte
psychische Reaktion, das
«Zuneigungs-Verhinderungsmuster», also «das, was
ich sowieso nicht kriege, auch nicht zu wollen»,
erfüllen kann. Denn was Eva nicht weiß: In jedem
äußeren Wunsch fährt ihre unbewußte Verhinderung
als blinder Passagier mit und zwingt sie, ihre
Option einzulösen - zum Beispiel, die Zuneigung
eines Mannes niemals annehmen zu wollen. Die
Partnerschaftsanziehung funktioniert also nicht,
sondern es ist vielmehr so, daß sich die
Anziehung nach ihren eigenen komplexen Gesetzen
vollzieht, die die unbewußt in den Wunsch
eingelagerten Konditionen mit einschließt, und
nicht nach den Gesetzen der bewußten Absichten
der Wünschenden. Dies kann mit Hilfe der
astrologischen Komponenten besser nachvollzogen
werden.
Natürlich genügt die
astrologische Sichtweise nicht, um die
Zusammenhänge in der Psyche, die die Seele zu
dem einen oder anderen Menschen hinzieht,
vollständig erkennen zu können. Deshalb sei an
dieser Stelle auch die ketzerische Frage
erlaubt, was unsere Eva in diesem Fall
unternehmen müßte, wenn sie sich wirklich tiefer
mit ihrer Partnerwahl auseinandersetzen möchte?
Sie müßte sich zuerst einmal damit
auseinandersetzen, welches die Voraussetzungen
ihrer Wünsche sind, also welche unbewußten
Verhinderungen an ihren geäußerten Wunsch
gebunden sind. Sie müßte ihre eigene Geschichte
«rekapitulieren», um die Zusammenhänge zu
erkennen, warum sie ist, was sie ist. Vielleicht
erklärt sich ihre persönliche Geschichte dann
so: Die kleine Eva, die sich von ihrem Vater
beleidigt und zurückgestoßen fühlte, weil er ihr
die jüngere Schwester vorzog, reagierte darauf,
indem sie sich als nicht liebenswert empfand. Da
sie auf ihre Gefühle aber nicht verzichten
konnte, versuchte sie, die negative Situation zu
kontrollieren, um wenigstens (aktiv) nicht zu
wollen, was sie in Wirklichkeit sowieso nicht
erhielt. Deshalb wollte sie als Kind niemals
Zärtlichkeiten von «Vätern» annehmen. Bei der
erwachsenen Eva ist diese negative Fixierung
noch immer vorhanden, denn jetzt interessiert
sie sich nur für Männer, die sie aus ihrer
negativen Prägung als Strafe gegen den Vater
ablehnen kann - was auf eine unbefriedigende
Weise in sich stimmt.
Zur Vertiefung noch
ein anderes Beispiel: Ein gehemmter Mann mit
unterdrücktem Geschlechtstrieb wünscht sich eine
Frau mit großem Busen und Rubens-Figur. Auch
hier sind die Voraussetzungen schon vorher
relevant: «Die Vergangenheit der zukünftigen
Absicht des Wünschenden» beabsichtigt
wahrscheinlich das dominante Mutterbild. Dieses
Bild schwingt als unsichtbare Frequenz durch
Zeit und Raum und findet in der mütterlichen
Frau Resonanz, die einen «kleinen Jungen» sucht.
Vergessen wir nicht: Die Zukunft der Wellen muß
einen inneren Zusammenhang mit der Vergangenheit
«der zukünftigen Absicht des Werfenden» haben,
wenn das Ganze funktionieren soll. Dies
bedeutet: Eine mütterliche Frau, die sich einen
Macho wünscht, empfängt nicht auf dieser
Frequenz.
Dieser Mann kann nur
eine Frau anziehen, die in ihrer eigenen Prägung
mit seiner inneren Anlage übereinstimmt. Deshalb
ist auch der oft gehörte Ausspruch nicht
relevant, daß man in der Partnerschaft jemand
negativ beeinflussen könnte. Man kann jemanden
nur zu sich selbst (hin) beeinflussen, also zu
dem, was in ihm latent schon angelegt ist, und
selbst das auch nur zu dem Zeitpunkt, wenn der
andere diese Auslösung selbst anstrebt. Ja, der
Beeinflussende ist hier selbst Opfer, denn er
wird vom Opfer angezogen, wenn es Zeit ist, daß
sich diese Latenz manifestieren will. Es ist
also gar nicht falsch, wenn man umgekehrt
behauptet, daß der Zu-Beeinflussende den
Beeinflussenden genauso sucht, um seine
unbewußten Schicksalsmuster aus der Latenz heben
zu können. Damit sind wir wieder bei der
Partnerschafts-Astrologie.
DIE LÜGE IN DER
PARTNERSCHAFT
Eines der
unentschlüsselten Geheimnisse des Lebens ist die
Liebe, denn darin drückt sich die Anziehung der
Gegensätze aus, die Sehnsucht zwischen Mann und
Frau, um die verlorene Einheit
wiederherzustellen, oder - allegorisch
ausgedrückt - den Zustand vor der Vertreibung
aus dem Paradies. Mit dem Sündenfall zerbrach
die Einheit zwischen Gott und Schöpfung,
zwischen Mensch und Natur, und seither stehen
sich diese als Polaritäten unversöhnlich
gegenüber. Aufgrund ihrer inneren, wesenhaften
Zusammengehörigkeit ziehen sich alle Gegensätze
unwiderstehlich an. Jedes Wesen ist ein Teil des
Ganzen und versucht deshalb immer wieder, mit
dem Ganzen zu verschmelzen. Im ewigen
Schöpfungsplan, der die Vorgänge in der Natur
steuert und für die Erhaltung der Arten und die
Weitergabe der Fackel des Geistes sorgt, liegt
der Drang nach Einswerdung der Geschöpfe in der
Liebe. Auch die Vergeistigung seelischer
Lebensformen, die an eine materielle Form
gebunden sind, ist in diesem Plan als eine
natürliche, gleichsam evolutionäre Notwendigkeit
enthalten. Die Liebe steht also für das
universale Streben der Vielheit nach der Einheit
auf der Ebene der Seele, des Leibes und des
Geistes.
Aber das ist nur die
eine, von unserem Ego verklärte Seite. Mephisto
würde auf die Frage, was Liebe ist, antworten:
«Liebe ist nicht die Befriedigung eines
Bedürfnisses, sondern die Voraussetzung für alle
anderen». Was mag das bedeuten? Zuerst einmal,
daß wir von der Liebe ergriffen werden wollen.
Dann wäre die nächste Frage: Was ist die
Voraussetzung eines solchen Wunsches? Die
Antwort ist klar: Die eigene Unvollständigkeit
und das daraus abgeleitete Streben nach
Vollständigkeit. Was aber ist Vollständigkeit?
Hier wird die Antwort schon schwerer, denn wir
können nicht annehmen, daß das Streben nach
Vollständigkeit und das Verschmelzen mit dem
anderen uns wirklich Vollständigkeit schenken
kann. Aber vielleicht geht es gar nicht um
Vollständigkeit; vielleicht geht es nur um das
Bild von Vollständigkeit. Dann fiele die Antwort
schon leichter: Das angesteuerte Ziel von
Vollständigkeit wäre das aus sich ausgelagerte,
niemals zu erreichende Ziel, das trotzdem
ständig angepeilt werden will. Nicht um es zu
erreichen, sondern um von der Illusion
abzulenken, daß es gar nicht erreicht werden
kann. Denn ließe es sich erreichen, dann brächte
sich der Mensch um sein Ziel. Damit drückte sich
in der Liebe die illusionäre Sehnsucht des
Unvollkommenen aus, in den Schoß des
Vollkommenen wieder aufgenommen zu werden, dem
es (durch die Paradiesvertreibung) eben
entkommen war. Deshalb müssen wir uns an dieser
Stelle mit der Frage auseinandersetzen, was ist
Vollkommenheit? Vollkommenheit wäre nach unseren
psychologischen Erkenntnissen der Naturzustand
und der Zustand vor dem Fall aus dem Zustand der
Unschuld. Was aber ist der Zustand vor dem Fall
aus dem Zustand der Unschuld? Es ist das
Verharren im Unbewußten.
Im Prinzip entspricht
die Liebe dem Zustand, bevor wir uns von unserer
Umwelt als verschieden bewußt wurden, und das
wiederum entspricht dem Rückfall in die numinose
Phase vor der Bewußtwerdung durch den
menschlichen Verstand: also gewissermaßen bevor
wir mit dem zweischneidigen Denken, das uns
unsere Erkenntnisbilder polarisieren läßt,
ausgestattet wurden. Das individuelle Bewußtsein,
das feststellt «ich bin», stellt im gleichen
Gedankengang auch fest, daß das «Nicht-Ich»
etwas Fremdes ist, vor dem es sich in acht
nehmen muß. Gleichzeitig ist das der Preis, der
uns aus der Paradieseinheit katapultiert, die
wir unbewußt wieder erreichen wollen, obwohl wir
ihr auf der bewußten Ebene alles
entgegenstellen. Und hier offenbart sich der
schizoide Mechanismus unseres instinktiven
Verhaltens. Im Bauch wollen wir miteinander
verschmelzen, im Kopf wollen wir jedoch
voneinander getrennt bleiben, und das ist es,
was auch den Unterscheidungsmechanismus in
unserem Wahrnehmungsverhalten beeinflußt. Denn
der Kopf, der sich mit dem anderen nicht
verschmelzen, sondern ihn sich nach seinen
eigenen Gesichtspunkten einverleiben möchte,
wird in der Partnerschaftsanalyse nicht den
anderen, sondern nur die «Beschreibung des
anderen» anstreben, und zwar nach seinem eigenen
Bild. Deshalb ist das Problem, das wir haben,
daß wir niemals den anderen anstreben, sondern
nur das eigene Spiegelbild, von dem wir uns
anziehen lassen, und zwar nach den Kriterien der
Werte, die wir dem Partner oder der Partnerin
vorher aufoktroyiert haben. Es sind deshalb
immer unsere eigenen Bilder, mit denen wir
kommunizieren, weil wir den anderen gar nicht
so, wie er ist, wahrnehmen, sondern nur so, wie
wir ihn sehen. Wir sehen ihn durch die
Verschmelzungssehnsucht der in uns selbst
unerfüllten Bilder, von denen wir uns durch
einen geeigneten Träger, auf den wir zuvor
unsere eigenen Wünsche übertragen haben,
anziehen lassen. Wir lassen also unsere
Übertragungen in der Partnerschaft «sich durch
sich selbst lieben», indem wir ihnen unsere
eigene Identität «hinterherspiegeln», damit wir
nicht das Gefühl bekommen, daß was «nicht uns
entspricht», etwas mit unseren inneren
Sehnsüchten zu tun haben sollte. Somit sind wir
für einen kurzen Augenblick wieder innerhalb des
Paradieses, obwohl wir uns in Wirklichkeit
natürlich außerhalb befinden.
Normalerweise hat
also das, was wir in einer Beziehung sehen, mit
dem anderen wenig zu tun. Denn wir sehen den
anderen ja nicht so, wie er ist, sondern nur so,
wie wir ihn sehen wollen. Wenn wir voraussetzen,
daß wir die Welt so sehen, wie wir gelernt
haben, sie wahrzunehmen, und wir aus dem
Angebot, wie wir wahrnehmen können, nur aus den
Möglichkeiten unserer ererbten Anlagen wählen
können, wird uns klar, daß das, was wir im
anderen erkennen, immer auch etwas mit uns
selbst zu tun hat. Im Prinzip begegnen wir im
anderen immer auch den eigenen Möglichkeiten,
die wir durch den anderen reflektiert bekommen.
Weil wir alle dazu neigen, immer sehr subjektiv
etwas für richtig und falsch zu halten, bedingt
jede Auseinandersetzung mit dem anderen zuerst
einmal die Auseinandersetzung mit unserem
eigenen Selbst.
Dieses Selbst ist die
Gesamtheit. Deshalb schließt es notwendigerweise
auch alles, was wir beim anderen betrachten, mit
ein. Darum ist auch die Frage müßig, ist es der
andere, der auf mich einwirkt, oder bin ich es
selbst, der seine ausgelagerten Teile durch den
anderen zurückreflektiert bekommt. Es ist immer
sowohl das eine als auch das andere. Damit ich
das, was ich bei mir selbst nicht sehe,
zurückreflektiert bekomme, brauche ich eine
geeignete Projektionsfläche. Und deshalb suche
ich mir unbewußt den Partner aus, der geeignet
ist, das bei mir Ungesehene zu reflektieren, so
daß ich meinen unbewußten Teilen im anderen
begegnen kann. Deswegen ist der andere immer
auch das, was er für mich reflektiert.
Wenigstens für mich. Was er außerhalb von mir
für sich selbst und andere noch sein könnte,
braucht mich nicht zu interessieren. Weil ich
ihn aus dieser Perspektive, also außerhalb der
Ausrichtung, wie ich ihn sehe, sowieso nicht
wahrnehme. Weil alles, was wir im anderen sehen,
immer nur mit uns selbst zu tun hat, müßten wir
folgerichtig feststellen, daß es gar keine
Partnerschaftsastrologie geben kann, sondern nur
eine psychologische Selbstanschauung der Teile,
die ich in mir abgespalten und ausgelagert habe
und die ich nun über den anderen wieder
zurückzubekommen hoffe.
DIE ASPEKTE
Die
Beziehungsaspekte zeigen an, wie sich die Teile,
die wir bei uns ausgelagert haben, mit den
Teilen, die andere bei sich ausgelagert haben,
zu Reaktionsmustern und Verhaltensabläufen
verbinden, die an unsere Bewußtseinstüre pochen
und um Wiederaufnahme in unsere überpersonale
Seelenstruktur bitten. Die wechselseitigen
Verbindungen verraten, wie sich Menschen in
Gruppen energetisch aufeinander abstimmen, denn
«das, was wir zu sein glauben», ist die eine
Seite unserer Persönlichkeit, und «das, was
durch die anderen auf uns zukommt», entspricht
dem unbekannteren Teil unseres Wesens, das uns
mit den abgespaltenen Teilen unserer
Persönlichkeit über die anderen berührt. Deshalb
sind Beziehungen nicht nur ein Ergebnis der Art
und Weise, wie Menschen untereinander
kommunizieren, sondern auch das Ergebnis der
Suche nach der eigenen Vollständigkeit. Das, was
der andere uns spiegelt, ist der uns selbst
unbekannte Teil unseres Wesens, der erkannt und
wieder zurückgenommen werden möchte, und wir,
die wir so tun, als seien wir das, was der
Verstand glaubt, das wir sind, müssen uns damit
abfinden, daß es uns nicht gelingen wird, uns zu
erkennen, solange wir den Schatten im anderen
nicht zulassen können. Da jene unbequemen Kräfte
im Außen unsere eigene Schöpferkraft und unseren
schöpferischen Willen mit darstellen, müssen wir
wissen, daß es in dieser Hinsicht keine
Entwicklung geben kann, solange wir den Partner
und alles, was uns aus der Außenwelt berührt,
nicht auch in unsere Entwicklung miteinbeziehen
können.
Im Grunde genügt es nicht, nur
einfach die Beziehung zu betrachten; es wäre
wichtig, auch die Voraussetzungen zu sehen,
warum mich der eine oder andere Partner in einer
Lebensphase anzieht. Das Festhalten am Ich
entspricht der Angst vor dem Verlust des Egos.
Man hält an Bildern fest, auf die man das Bild
seiner Identität übertragen hat, und verteidigt
nun mit den Waffen der Ausgrenzung die eigene
Vorstellung des anderen! Damit ist der Schatten,
den wir vor uns selbst verstecken und auf die
anderen projizieren, zu einem Teil des eigenen
Verhaltens geworden, indem wir stellvertretend
für das bei uns selbst Unerkannte das Unbequeme
in der Umwelt angreifen und zerstören. Damit
werden wir wieder mit der Frage konfrontiert:
Nehmen wir die objektive Außenwelt wahr oder nur
unsere subjektiven Vorstellungen, die wir der
Außenwelt nachgebildet haben? Ist es der Partner
oder die Partnerin, die wir sehen, oder sind es
unsere eigenen Übertragungen, die wir im anderen
zurückbetrachtet erhalten? Nehmen wir ihn
überhaupt objektiv wahr oder nur unsere
subjektiven Vorstellungsmuster, wie wir ihn
sehen? Gibt es ein Ziel, auf das wir uns
ausrichten, oder gibt es nie ein Ende für das,
was innerhalb der «Innenwelt unser Außenwelt
unserer Innenwelt» nicht weiterführt?
Auf unserer Reise
durchlaufen wir endlose Lernschlaufen, also
Erfahrungen, die unseren Persönlichkeitskern mit
anderen Energiemustern zu endlosen Kombinationen
an Lern- und damit an Bewußtseinserfahrung
verschmelzen. Jedesmal, wenn uns das Unbewußte
mit neuen Perspektiven (und damit neuen
Seelenanteilen) konfrontieren möchte, dann ruft
es gewissermaßen als Schicksalsauslösung solche
Begegnungen in unser Leben, die uns Teile der
Antworten reflektieren, nach denen wir suchen.
Denn schließlich ist es kein Zufall, wer in
unser Leben tritt, weil wir im Unbewußten wie
ein riesiges Energiegebilde miteinander vernetzt
sind und dann die passenden Partner in unser
Leben ziehen, wenn es gilt, unsere
Bewußtseinserfahrungen auszudehnen und über den
anderen unerkannt neue Perspektiven auf unseren
Weg zu ziehen, die darauf warten, in uns
entdeckt und in unsere Entwicklung integriert zu
werden. Im Grunde können wir den anderen als
eine mögliche Ergänzung des bei uns selbst
Unerkannten betrachten, der uns in der
Konfrontation mit den unangenehmen Teilen seiner
Persönlichkeit an die bei uns selbst ungelebten
Inhalte erinnert. Umgekehrt kann mir auch eine
vertiefte Betrachtung der Probleme, die mir
durch den anderen bewußt werden, etwas von dem
zeigen, was an mir selbst unerlöst ist und in
die Beziehung eingebracht werden kann.
Mit anderen Worten,
die Partner, so wie sie sich uns darstellen,
entsprechen der Summe unserer Erfahrungen, die
wir mit den Widersprüchen in uns selbst gemacht
haben. Das entspricht gleichzeitig auch unserem
Bewußtsein, in das ständig neue Erfahrungen
einfließen, was sich in einem immer wieder
leicht modifizierten Partnerbild niederschlägt.
Wir müssen wissen, daß wir nicht generell
Erfahrungen anziehen, sondern uns von
Erfahrungsmustern anziehen lassen, die zu
unserer inneren Persönlichkeitsstruktur
irgendwie in Verbindung stehen. Da diese
persönliche Innenschau sich wechselwirkend mit
den gemachten Erfahrungen verbindet und
gleichzeitig auf sich selbst zurückreflektiert,
d. h. auf den eigenen Standpunkt einwirkt, ist
es leicht nachvollziehbar, daß das persönliche
Streben nicht primär darauf zielt, den anderen
kennenzulernen, sondern sich mehr darauf
beschränkt, sich in seinen eigenen Erfahrungen
zu bestätigen: den Erfahrungen, den anderen
aufgrund der eigenen Ausrichtung
kennenzulernen.
Setzen wir weiter voraus, daß unsere
persönlichen Erfahrungen unserem persönlichen
Wirken in der Welt entsprechen und dieses Wirken
unseren ererbten Anlagen, so können wir
vermuten, daß wir uns nicht nur gegenseitig
ergänzen, sondern vor allem voneinander lernen,
uns selbst im anderen zu verstehen. Dies
wiederum bedeutet, unsere karmischen Lektionen
zu begreifen, auch wenn die meisten von uns
diese falsch als äußeres, unbeeinflußbares
Schicksal interpretieren. Wir können also
schlußfolgern, daß die Schaltzentrale für unsere
Taten nicht in unserem Bewußtsein sitzt, sondern
in jenem übergeordneten Menschengeist, der die
Welt in allen Seelen zusammen wahrnimmt, was
sich unserem Ego dann als kollektiver Zeitgeist
auswirft. Unser Ego wäre dann also nur ein
Ausschnitt des kollektiven Geistes; unsere
individuellen Anlagen zögen dabei die noch
fehlenden Erlebnismuster an, um sie über den
Filter des bewußten Erlebens in die
Gesamtpersönlichkeit zu integrieren. Das würde
dann bedeuten, daß es gar kein individuelles Ego
mehr gibt, sondern nur noch die Illusion des
Egos, das sich als «Ich» wahrnimmt, während sich
in Wirklichkeit das Ganze durch seine eigenen
Teile in den verschiedenen Beziehungskonflikten
selbst erfährt. Die Dualitäten wären dann nichts
anderes als die Projektionen unseres Ich, um
sich die Außenwelt zu entschlüsseln. Wir
schaffen unsere Realitätsebenen durch die
Wirkungen unserer Handlungsbilder und
gleichzeitig erschaffen die Wirkungen dieser
Bilder erst die Identität unseres Ich.
ZUSAMMENFASSUNG
Wenn wir
akzeptieren können, daß der erste Schritt zum
Sehen ist, uns mit dem Widerspruch zu versöhnen,
daß der andere gleichzeitig der ist, der er ist
und es andererseits doch nicht ist, sind wir der
Wahrheit näher. Er ist einerseits nicht so, wie
uns unsere bewußte Wahrnehmung dies glauben
machen will, denn der Gesehene entspricht nur
dem, was wir von ihm wahrnehmen und was wir
wechselwirkend aus unserer Psyche in ihn
hineinspiegeln können. Andererseits ist das, was
wir an ihm sehen, genau das, was er für uns ist.
Er entspricht demzufolge genau unserem
Vorstellungserleben, das wir auf ihn übertragen.
Da sich das Bewußtsein des Menschen immer über
die Erlebnisse in der Welt selbst erfahren will,
legt es in die Betrachtungen des anderen seine
persönlichen Vorstellungen hinein, um aus den
Reflexionen des Partners etwas über seine
individuellen Vorstellungsmuster zu erfahren.
Der Mensch versucht also stets, die Welt in sich
hineinzuspiegeln, um darauf reagieren zu können.
Dem spirituell Interessierten, der sich selbst
betrachtet, eröffnet sich dabei eine Vielzahl
verschiedener Einsichten, und diese relativieren
seine Zweifel über sich selbst, die er im
anderen reflektiert, und daraus schöpfen sich
Wissen und Erkenntnis. Dem Uninteressierten
schlägt die Sache um. Denn hat er erst einmal
angefangen, den anderen in seinen eigenen
Fehlern zu erkennen, ist bald kein Halten mehr.
Seiner selbst völlig ungewiß, weiß er sich
sicher: Er versucht wenigstens dem Partner
klarzumachen, daß er an den Konflikten
unschuldig ist.
Schwellbrunn, Walpurgis
1999 Akron
Schauen Sie sich
doch auch die beiden untergeordneten Seiten an,
die das Synastrie, das
Combin und die
Partnervorschau genauer
beschreiben. |
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AKRON
Partnerschafts-Analyse -
Synastrie
Partnerschafts-Vergleich aus
tiefenpsycho-logischer Sicht
Tiefenpsychologische
Partnerschaftsanalyse, die
darauf basiert, dass menschliche
Beziehungen einerseits ein
Ergebnis von Projektionen
eigener Probleme auf den Partner
sind, dass sie andererseits aber
auch vom Umgang miteinander
geprägt werden. Durch Deutung
von Sonne, Mond, Merkur, Venus,
Mars, Jupiter, AC, MC werden die
bewussten Kräfte beider Partner
miteinander verglichen und
aufgezeigt, wie der individuelle
Energieaustausch zwischen den
Partnern funktioniert.
Darstellung der Aspekte sowohl
aus der Sichtweise des Mannes
als auch aus der Perspektive der
Frau.

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